Ayurveda – die traditionelle indische Medizin

Das Wort Ayurveda leitet sich aus dem Sanskrit ab und bedeutet wörtlich „das Wissen vom Leben“.

 

Durch seine anfängliche Verbreitung im Bereich Wellness seit den 1990er Jahren in Europa entstand irrtümlicherweise der Eindruck, es würde sich vor allem um (kostspielige) manuelle Anwendungen, Stirngüsse und Ölmassagen handeln. Hingegen ist Ayurveda, der eine durch die WHO anerkannte medizinische Wissenschaft ist, ein komplettes Diagnose- und Therapiesystem.

 

Um die individuelle Konstitution und deren Abweichungen zu benennen, bedient sich Ayurveda des Konzepts der Doshas. Die drei Doshas Vata, Pitta und Kapha sind Körpersäfte oder Bioenergien auf der grob- und feinstofflichen Ebene im Körper und bilden sich aus den fünf Elementen (Mahabhutas) Äther, Luft, Feuer, Wasser und Erde.

In jedem Menschen wirkt eine bestimmte Zusammenstellung der Doshas (= Prakriti: angeboren und unveränderbar), die prägend für körperliche Eigenarten, Aussehen sowie für persönliche (Ab-)Neigungen und Krankheitsanfälligeit ist.

 

Vata steht für das Bewegungsprinzip im menschlichen Organismus und ist eng mit dem Nervensystem verbunden. Pitta ist das Umsetzungsprinzip und steht in unmittelbarer Verbindung mit der Verdauung und dem Stoffwechsel. Kapha ist das erhaltende und stabilisierende Prinzip und trägt die Funktion des Lymph- und Immunsystems und ist über das Skelett und die Zellstruktur an der Formbildung des Körpers beteiligt.

 

Über die Nahrung nehmen wir die Elemente auf, die unsere strukturellen Körper formen und erhalten. Agni, unsere Verdauungskraft, ist ein thermisches Prinzip, das die Umwandlung der Nahrung in Körpergewebe vornimmt. Ein geschwächtes Agni enspricht einem trägen Stoffwechsel und resultiert auf lange Sicht in der Produktion von Stoffwechselzwischenprodukten (Ama).

 

Die Doshas sind in der Lage bestimmte Eigenschaften und Funktionen im Körper hervorzurufen. Im Normalzustand rufen sie positive Veränderungen hervor. Sind sie gestört verursachen sie Krankheit. Leichte Störungen können mit Hilfe von gesundheitserhaltenden Maßnahmen behandelt werden. Bei schwereren Störungen sorgen therapeutischen Maßnahmen wie Reinigungstherapien für Linderung.